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Keramikmuseum (Palacio Dos Aguas)

Das Nationale Keramikmuseum González Martí residiert im Palacio del Marqués de Dos Aguas, und schon deshalb ist der Besuch doppelt lohnend: außen die berühmteste Barockfassade Valencias mit ihrem Alabasterportal, innen ein prunkvoller Adelspalast voller Keramik aus fünf Jahrhunderten.

Wenn du in Valencia nur ein klassisches Museum besuchst, ist dieses ein starker Kandidat: kompakt, überraschend und mitten in der Altstadt.

Auf einen Blick

  • RegionComunitat Valenciana
  • GebäudeRokoko-Stadtpalast, im 18. Jahrhundert umgestaltet
  • PortalAlabaster, von Ignacio Vergara nach Entwurf von Hipólito Rovira
  • SammlungKeramik aus Manises, Paterna und Alcora, Stiftung González Martí
  • Dauer des Besuchs1 bis 1,5 Stunden
  • LageAltstadt, wenige Minuten von der Plaza de la Virgen

Lohnt sich das Keramikmuseum wirklich?

Ja, gerade weil es zwei Besuche in einem ist: Stadtpalast plus Kunsthandwerk. Du siehst, wie Valencias Adel im 18. und 19. Jahrhundert wohnte, und danach eine Sammlung, die erklärt, warum in dieser Stadt überall Kacheln an den Wänden sitzen.

Wer mit Keramik gar nichts anfangen kann, bleibt draußen vor dem Portal stehen. Das ist ehrlich gesagt schon der spektakulärste Teil, und es kostet nichts.

Praktisch spricht dafür, dass das Haus nur fünf Gehminuten von der Kathedrale entfernt liegt. Du schiebst es problemlos zwischen zwei größere Ziele, ohne den Tag umzubauen.

Was du hier siehst

Bleib zuerst draußen. Das Portal aus hellem Alabaster wirkt, als wäre es aus Wachs geschmolzen: Zwei muskulöse Männerfiguren gießen Wasser aus, ein Bild für die zwei Wasser im Titel des Marqués de Dos Aguas, darüber thront eine Madonnenfigur. Entworfen hat die Szene der Maler Hipólito Rovira, gemeißelt hat sie Ignacio Vergara, beides im 18. Jahrhundert.

Das Gebäude hat mehrere Leben hinter sich. Der Kern stammt aus dem 15. Jahrhundert, seine heutige Gestalt bekam der Palast im 18. Jahrhundert, als ihn das Adelsgeschlecht Dos Aguas im Geschmack der Zeit umbauen ließ. Später verfiel er, wurde vom Staat übernommen und für das Museum hergerichtet. Deshalb wirken manche Räume prunkvoll und andere nüchtern.

Innen wartet zuerst der Palast. Im Erdgeschoss stehen prunkvolle historische Kutschen des Adelshauses, darüber laufen die Wohnräume: Ballsaal, Salons, chinesisch inspirierte Zimmer, alles mit originalem Dekor.

Das Obergeschoss gehört der eigentlichen Sammlung, aufgebaut vom Sammler Manuel González Martí. Der Rundgang spannt den Bogen von mittelalterlicher Lüsterkeramik aus Manises und Paterna über feine Manufakturstücke aus Alcora bis zu Arbeiten von Picasso. Höhepunkt für viele ist die nachgebaute valencianische Küche, komplett mit bemalten Azulejos vom Boden bis zur Decke.

Was viele Besucher verpassen

Die Details am Portal. Geh am Vormittag oder am späten Nachmittag hin, wenn Streiflicht die Falten im Alabaster herausarbeitet. Mittags wirkt alles flach.

Die valencianische Küche im Obergeschoss. Sie steht am Ende des Rundgangs, wenn viele schon müde sind, und ist der einprägsamste Raum des Hauses.

Die Kutschen im Erdgeschoss. Sie werden oft als Vorraum abgetan, sind aber echte Rokoko-Ungetüme.

Die Decken in den Salons. Sie gehören zum Palast, nicht zur Sammlung, und werden übersehen, weil der Blick auf den Vitrinen liegt.

Die Verbindung nach draußen. Was du in den Vitrinen siehst, findest du anschließend an Fassaden, in der Markthalle und in den Läden an der Plaza Redonda wieder.

Gut zu wissen: Keramik ist in Valencia keine Nische, sondern Identität. Manises und Paterna vor den Toren der Stadt produzieren seit dem Mittelalter, und die Lüsterkeramik von dort ging einst in ganz Europa über den Tisch.

Typische Fehler

Nur das Portal fotografieren und weitergehen. Der Palast innen ist der zweite Grund für den Besuch.

Zu viel Zeit einplanen. Das Haus ist kompakt, anderthalb Stunden reichen, danach hast du noch einen halben Altstadtnachmittag frei.

Mit müden Kindern kommen. Nach einer Stunde ist die Aufmerksamkeit weg, plane danach Auslauf im Turia-Park ein.

Tickets: Das Museum ist ein staatliches Haus mit günstigem Eintritt und regelmäßigen freien Zeitfenstern. Tickets bekommst du problemlos an der Kasse, Vorausbuchung ist normalerweise unnötig. Details stehen auf der offiziellen Website des Museums.

Wann du hingehen solltest

Vormittags oder am späten Nachmittag, wegen des Lichts auf dem Portal. Für den Innenbesuch ist die Uhrzeit egal, das Haus ist selten voll, außer in den kostenlosen Zeitfenstern.

Als Regenlösung ist das Museum eine der besten Adressen der Altstadt, weil es kompakt ist und du danach in fünf Minuten wieder an der Kathedrale stehst.

Danach: was in der Nähe liegt

Plaza Redonda, 5 Gehminuten. Kleine Läden mit Keramik und Handarbeit, die perfekte Fortsetzung.

Kathedrale, 5 Gehminuten nach Norden, siehe Kathedrale von Valencia.

Mercado Central, 8 Gehminuten nach Westen, siehe Mercado Central, vormittags geöffnet.

Lonja de la Seda, ebenfalls 8 Gehminuten, siehe La Lonja de la Seda. Den Gesamtüberblick findest du unter den Sehenswürdigkeiten in Valencia.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es nur in den kostenlosen Zeitfenstern. Sonst hast du die Prunkräume oft fast für dich.
  • Wenn es regnetEin ideales Regenziel, weil alles drinnen liegt und der Weg von der Kathedrale nur wenige Minuten dauert.
  • Mit KindernDie Kutschen und die komplett gekachelte valencianische Küche kommen gut an, die Vitrinen weniger. Eine Stunde reicht mit Familie.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEin historischer Stadtpalast mit Treppen zwischen den Etagen. Frag am Eingang nach der barrierefreien Route.

Häufige Fragen

Kann man das Portal des Palacio Dos Aguas ohne Ticket sehen?

Ja, das Alabasterportal liegt an der Straße und ist jederzeit frei zugänglich. Für das komplette Erlebnis lohnt aber der Eintritt: Kutschenhalle, Prunkräume und die Keramiksammlung im Obergeschoss siehst du nur innen. Wenn du sparen willst, informiere dich vorab über die freien Zeitfenster des Museums.

Was bedeutet der Name Dos Aguas?

Dos Aguas, also zwei Wasser, war der Titel des Adelsgeschlechts, dem der Palast gehörte. Das Portal übersetzt den Namen in Stein: Zwei Männerfiguren gießen Wasser aus, gedeutet als die beiden Flüsse Turia und Júcar. Entwurf und Ausführung stammen von Hipólito Rovira und Ignacio Vergara.

Wie viel Zeit braucht man für das Keramikmuseum?

Eine bis anderthalb Stunden reichen für Kutschen, Prunkräume und Keramiksammlung in ruhigem Tempo. Das Museum ist angenehm kompakt, du wirst nicht wie im Großmuseum erschlagen. Kombiniere den Besuch mit der Altstadt: Kathedrale, Plaza Redonda und Mercado Central liegen alle in Gehweite.

Ist das Keramikmuseum etwas für Kinder?

Bedingt. Die Kutschen und die komplett gekachelte valencianische Küche kommen bei Kindern meist gut an, die Vitrinen mit historischer Keramik eher weniger. Als kurzer Besuch von einer Stunde funktioniert das Haus auch mit Familie, plane danach Auslauf im Turia-Park oder ein Eis in der Altstadt ein.

Wer war Manuel González Martí?

González Martí war Zeichner, Keramikforscher und leidenschaftlicher Sammler aus Valencia. Seine private Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Keramik bildete den Grundstock des Museums, das seinen Namen trägt. Untergebracht wurde sie im Palacio del Marqués de Dos Aguas, seither gehören Palast und Sammlung untrennbar zusammen.