Spanien im Herbst: die 10 besten Städte für Oktober & November

Warum sich Spanien im Herbst besonders lohnt

Im Hochsommer ist Andalusien oft zu heiß fürs Sightseeing, über 40 Grad sind in Sevilla oder Córdoba keine Seltenheit. Im Herbst fällt diese Hürde weg. Der Oktober bringt im Süden noch sommerliche 25 Grad, dazu warmes Meerwasser und stabile Sonnentage. Perfekt, um tagsüber durch Altstädte zu ziehen und abends draußen zu sitzen.

Der zweite Grund ist dein Geldbeutel. Nach den Sommerferien fallen die Preise für Flüge und Unterkünfte deutlich, und vor den großen Sehenswürdigkeiten wird es leerer. Ein Ticket für die Alhambra oder ein Tisch in einer guten Taberna sind jetzt leichter zu bekommen. Im November wird es noch günstiger und ruhiger, im Norden aber auch nasser. Plane den Norden darum eher für den Oktober, den Süden genießt du bis in den November.

Tipp: Kombiniere Nord und Süd über die Bahn. Wie du schnell und günstig mit AVE, Avlo und Co. reist, liest du im Guide Mit dem Zug durch Spanien.

1 Sevilla

Andalusiens Hauptstadt ist im Sommer eine Sauna, im Herbst wird sie zum Traum. Ab Oktober kannst du wieder stundenlang durch das Barrio Santa Cruz laufen, ohne in der Hitze zu schmelzen. Die Terrassen an der Plaza de España füllen sich in der milden Abendsonne.

Plane den Real Alcázar und die Kathedrale trotzdem mit Ticket vorab, denn Sevilla bleibt beliebt. Alle Highlights findest du im Sevilla-Guide.

2 Granada

Im Herbst zeigt Granada seine zwei Gesichter: unten die warme Stadt mit ihrer kostenlosen Tapas-Kultur, oben die Alhambra vor der Kulisse der Sierra Nevada, deren Gipfel im November den ersten Schnee tragen. Palmen und Schnee im selben Blick gibt es sonst kaum.

Die Slots für die Nasridenpaläste sind das ganze Jahr begehrt, buche also zuerst das Alhambra-Ticket, dann das Hotel. Mehr dazu im Granada-Guide.

3 Córdoba

Kaum eine Stadt profitiert so vom Herbst wie Córdoba, eine der heißesten Städte Europas. Ab Oktober lässt sich die Mezquita in Ruhe erkunden, und in den Gassen der Judería ist es endlich angenehm. Als Tagesausflug ab Sevilla bist du mit dem AVE in rund 45 Minuten da. Den Rest planst du im Córdoba-Guide.

4 Málaga

Die Costa del Sol macht ihrem Namen im Herbst alle Ehre. Das Meer ist vom Sommer aufgeheizt, und an der Playa de la Malagueta kannst du oft bis weit in den Oktober baden. Dazu Picasso, eine lebendige Altstadt und die Burg Gibralfaro über der Stadt.

Málaga ist außerdem dein Tor an die Küste. Weitere Badestädte findest du in der Übersicht Spaniens Städte am Meer.

5 Madrid

Die Hauptstadt liegt hoch und trocken, im Sommer heiß, im Winter kalt. Der Herbst ist ihre goldene Jahreszeit, im wörtlichen Sinn: Der Retiro-Park färbt sich, und die Abende auf den Terrassen bleiben mild. Perfekt für das Museumsdreieck aus Prado, Reina Sofía und Thyssen. Was du sonst nicht verpassen solltest, steht im Madrid-Guide.

6 Barcelona

Im Sommer teilst du Barcelona mit den Kreuzfahrtmassen, im Herbst wird die Stadt wieder atembar. Vor der Sagrada Família sind die Schlangen kürzer, und am Strand der Barceloneta ist es im Oktober noch warm genug für einen langen Spaziergang. Tipps und Sehenswürdigkeiten sammelt der Barcelona-Guide.

7 Valencia

Valencia verbindet im Herbst Stadt und Strand. Tagsüber die futuristische Ciudad de las Artes und die Altstadt, danach an den Stadtstrand, der im Oktober oft noch badetauglich ist. Und die echte Paella, hier ist sie zu Hause, schmeckt sowieso das ganze Jahr.

8 San Sebastián

Wenn im September das Filmfestival vorbei ist, wird San Sebastián ruhiger, bleibt aber mild. Die Playa de la Concha gilt als einer der schönsten Stadtstrände Europas, und die Pintxos-Bars der Altstadt sind bei kühlerem Wetter erst recht ein Genuss. Nimm eine Regenjacke mit, der Norden ist wechselhaft.

9 Bilbao

Das Baskenland ist grün, weil es dort öfter regnet, doch der Herbst hat viele klare Tage. Das Guggenheim-Museum und die Pintxos-Bars funktionieren bei jedem Wetter, und die Stadt ist spürbar leerer als im Sommer. Ein idealer Städtetrip für ein langes Wochenende.

10 Salamanca

Die Universitätsstadt aus goldenem Sandstein leuchtet im schrägen Herbstlicht besonders warm. Sind die Studenten zurück, ist die Plaza Mayor abends voll Leben. Salamanca liegt in Kastilien und lässt sich gut mit Toledo und Madrid zu einer Rundreise verbinden.

Und wenn es doch regnet?

Der Norden kann im November nass werden. Dann lohnt der Schwenk nach Süden: Málaga, Sevilla und Córdoba bleiben oft sonnig und mild. Wer die Route klug plant, hängt an die Städtereise ein paar Tage Andalusien-Rundreise an. Und zur Einstimmung aufs Essen hilft der Überblick 10 Gerichte, die du probieren musst.

Mit dem Zug durch Spanien: So funktioniert Renfe

So funktioniert das spanische Zugsystem

Rückgrat ist das staatliche Unternehmen Renfe, das den Großteil der Züge betreibt. Auf den wichtigsten Strecken hat es seit einigen Jahren private Konkurrenz bekommen, was die Preise nach unten gedrückt hat. Für dich heißt das: Auf der Achse Madrid nach Barcelona oder Madrid nach Valencia hast du oft die Wahl zwischen drei Firmen, die denselben Weg fahren. Alle nutzen dieselben Bahnhöfe und dieselben Hochgeschwindigkeitsgleise.

Wichtig ist der Unterschied zwischen den Zuggattungen. AVE ist der klassische Hochgeschwindigkeitszug mit voller Ausstattung. Daneben gibt es günstigere Marken mit weniger Service, aber gleicher Geschwindigkeit. Für Kurzstrecken und in Regionen ohne Schnelltrasse fahren langsamere Regionalzüge, etwa die Media Distancia.

Die Anbieter im Überblick

1 AVE (Renfe)

Der AVE ist der Platzhirsch: schnell, komfortabel, mit reservierten Sitzen, oft mit Bordbistro und großzügigem Gepäckplatz. Er bedient die meisten Strecken, auch solche, die die Billiganbieter nicht anfahren. Wenn du Komfort und feste Zeiten willst, bist du hier richtig.

2 Avlo (Renfe)

Avlo ist die Billigtochter von Renfe: gleicher Zug, gleiche Geschwindigkeit, aber ohne Extras. Größeres Gepäck, Sitzplatzwahl und Verpflegung kosten Aufpreis. Wer flexibel und früh bucht, fährt damit sehr günstig zwischen Madrid, Barcelona, Valencia und dem Süden.

3 Ouigo

Ouigo gehört zur französischen Staatsbahn und fährt in Spanien knallig lackierte, doppelstöckige Züge. Die Basispreise sind oft die niedrigsten am Markt, dafür ist fast alles Zusatzoption. Ouigo bedient vor allem die großen Achsen ab Madrid nach Barcelona, Valencia, Alicante und Andalusien.

4 Iryo

Iryo ist der jüngste Anbieter, teils im Besitz der italienischen Bahn, und positioniert sich zwischen Billig und Komfort. Die Züge sind neu und schick, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist oft angenehm. Auch Iryo fährt die Hauptstrecken ab Madrid.

Gut zu wissen: Vergleiche vor der Buchung immer alle Anbieter, denn auf derselben Strecke können sich die Preise stark unterscheiden. Da alle dieselben Gleise nutzen, ist die Fahrzeit fast gleich, nur Preis und Service unterscheiden sich.

So buchst du richtig

Die Regel ist einfach: je früher, desto günstiger. Tickets werden meist ein bis mehrere Monate im Voraus freigeschaltet, und die Basistarife sind schnell weg. Wer spontan am selben Tag bucht, zahlt schnell ein Vielfaches. Buche AVE- und Avlo-Tickets direkt bei Renfe, die anderen bei Ouigo und Iryo.

Tickets: Am günstigsten fährst du, wenn du früh buchst und die Tarifstufen vergleichst. Renfe-Tickets bekommst du online, die Suche zeigt AVE und Avlo zusammen an.

Zur offiziellen Renfe-Website

Achte auf die Tarifnamen: Der Basistarif ist am günstigsten, aber weder erstattbar noch umbuchbar. Wer flexibel bleiben will, zahlt für die höhere Stufe. Für den Einstieg reicht der günstige Tarif, sobald deine Pläne feststehen.

Gepäck, Sitzplatz und an Bord

Beim AVE ist Gepäck unkompliziert: Du nimmst deine Koffer mit und verstaust sie in den Ablagen, ganz ohne Gewichtskontrolle wie am Flughafen. Bei den Billigmarken Avlo und Ouigo ist nur ein kleineres Freigepäck inklusive, größere Koffer kosten Aufpreis, lies also die Bedingungen vor der Buchung. Am Bahnhof solltest du wie bei einem Flug etwas Zeit einplanen, denn vor dem Bahnsteig gibt es eine Sicherheitskontrolle mit Gepäckscan.

Achtung: Sei rechtzeitig am Gleis. Die Bahnsteigsperren schließen einige Minuten vor Abfahrt, und die Gepäckkontrolle kann sich stauen. Plane an großen Bahnhöfen wie Madrid Atocha genügend Puffer ein.

Die schönsten Strecken

Madrid nach Sevilla war 1992 die erste AVE-Linie und ist bis heute ein Klassiker: in rund zweieinhalb Stunden von der Hauptstadt nach Andalusien, mit Halt in Córdoba. Die Strecke Madrid nach Barcelona verbindet die zwei größten Städte in gut zweieinhalb Stunden. Landschaftlich reizvoll ist die Fahrt von Málaga nach Córdoba durch die Berge, und die Verbindung nach Valencia bringt dich in unter zwei Stunden ans Mittelmeer.

Nicht alles ist Hochgeschwindigkeit: Die gemächlichen Regionalbahnen im grünen Norden, etwa entlang der baskischen und kantabrischen Küste, gehören zu den schönsten Zugfahrten des Landes. Wie du vom Bahnhof ins Zentrum kommst, steht in den lokalen Verkehrs-Guides, etwa für Madrid und Sevilla. Wer die Bahn zur Rundreise verbindet, findet Routen unter Andalusien-Rundreise und in den Spanien-Highlights.

10 Gerichte, die du in Spanien probieren musst

Warum spanisches Essen so gut ist

In Spanien isst man gesellig und in Etappen. Statt eines großen Tellers teilt man viele kleine, die Tapas, und zieht dabei oft von Bar zu Bar. Die beste Regel für Reisende: Iss dort, wo die Einheimischen stehen, meist am Tresen und selten auf der Terrasse mit dem mehrsprachigen Fotomenü. Und plane die spanischen Zeiten ein, mittags wird ab etwa 14 Uhr gegessen, abends selten vor 21 Uhr.

1 Paella

Das berühmteste Gericht des Landes kommt aus Valencia und ist ursprünglich ein Reisgericht der Felder, klassisch mit Huhn, Kaninchen und weißen Bohnen, nicht mit Meeresfrüchten. Die gibt es zwar auch, aber die echte Paella Valenciana ist die Bauernversion. Bestell sie mittags, denn abends gilt Reis vielen Spaniern als zu schwer. Aussprache: „pa-ELJ-a“, die Doppel-L klingt wie ein weiches j. Mehr im Valencia-Food-Guide.

2 Jamón Ibérico

Luftgetrockneter Schinken vom iberischen Schwein, oft jahrelang gereift und hauchdünn geschnitten. Die beste Qualität, der Jamón Ibérico de Bellota, stammt von eichelgefütterten Schweinen aus dem Westen Spaniens, etwa der Extremadura. Iss ihn pur, bei Zimmertemperatur, zu einem Glas Wein. Aussprache: „cha-MON i-BE-rico“, das j wie ein deutsches ch in „ach“.

3 Tortilla Española

Das spanische Nationalgericht Nummer zwei: ein dickes Omelett aus Kartoffeln, Ei und meist Zwiebeln, innen idealerweise noch leicht cremig. Gibt es überall, den ganzen Tag, als Tapa oder im Brötchen. Ein perfektes Frühstück und Notproviant zugleich. Aussprache: „tor-TIH-ja“, auch hier die Doppel-L als j.

4 Gazpacho und Salmorejo

Zwei kalte Tomatensuppen aus Andalusien, ideal gegen die Sommerhitze. Gazpacho ist flüssig und frisch mit Gurke und Paprika, Salmorejo aus Córdoba ist dicker, cremiger und wird mit Ei und Schinken bestreut. Beide bekommst du im Süden fast überall. Aussprache: „gath-PA-tscho“ und „sal-mo-RE-cho“.

5 Pintxos

Die baskische Antwort auf Tapas: kleine, kunstvolle Häppchen, meist auf Brot oder am Spieß, die am Tresen liegen. Du bestellst pro Bar eins, isst im Stehen und ziehst weiter. Ihre Hochburgen sind Bilbao und San Sebastián. Aussprache: „PIN-tschos“.

6 Pulpo a la Gallega

Galiciens Klassiker: gekochter Oktopus in Scheiben auf einem Holzteller, mit Olivenöl, grobem Salz und Paprikapulver. Simpel und großartig. Am besten schmeckt er im Ursprungsland Galicien, etwa in Santiago de Compostela. Aussprache: „PUL-po a la ga-JE-ga“.

7 Patatas Bravas

Frittierte Kartoffelwürfel mit einer pikant-roten Sauce, die Tapa-Bar schlechthin. In Madrid kommt oft noch Aioli dazu. Ein einfaches Gericht, an dem sich trotzdem die Geister scheiden, denn jede Bar rührt ihre eigene Sauce an. Aussprache: „pa-TA-tas BRA-bas“, das v wird wie ein b gesprochen.

8 Croquetas

Kleine, panierte und frittierte Bechamel-Röllchen, innen cremig, außen knusprig. Die häufigsten Sorten sind Jamón und Bacalao, also Stockfisch, aber es gibt sie in unzähligen Varianten. Ein Test für jede Küche, hausgemachte Croquetas sind ein Genuss. Aussprache: „kro-KE-tas“.

9 Cocido Madrileño

Der deftige Kichererbsen-Eintopf aus Madrid, mit Fleisch, Gemüse und Wurst, traditionell in mehreren Gängen serviert. Ein Winteressen, das dich für den ganzen Tag sättigt. Suche dir ein Lokal, das ihn als Tagesgericht anbietet. Aussprache: „ko-THI-do ma-dri-LEN-jo“.

10 Churros con Chocolate

Frittiertes Spritzgebäck, das du in dicke, heiße Trinkschokolade tunkst. In Spanien ist es Frühstück oder Snack nach durchfeierter Nacht, seltener ein Dessert. Die bekannteste Adresse ist eine alte Schokoladenstube in Madrid. Aussprache: „TSCHU-ros kon tscho-ko-LA-te“.

Tipp: Bestell am Tresen und frag nach der Spezialität des Hauses. Das ist fast immer der beste Bissen und günstiger als das ausgestellte Menü auf der Terrasse. In den regionalen Food-Guides zu Sevilla und Granada findest du weitere lokale Klassiker.

Feste in Spanien: Semana Santa, Feria, Fallas & Co.

So funktioniert der spanische Festkalender

Viele Feste richten sich nach dem Kirchenjahr und wandern deshalb im Datum. Der Karneval liegt im Februar, die Semana Santa in der Woche vor Ostern, also je nach Jahr im März oder April. Danach folgen die Ferias des Frühlings und die großen Sommerfeste. Zwei Dinge solltest du wissen: Erstens verschieben sich die beweglichen Feste jedes Jahr, prüfe also vorab das genaue Datum. Zweitens herrscht während eines Festes in der jeweiligen Stadt oft Ausnahmezustand, Läden schließen, Straßen sind gesperrt, und Unterkünfte kosten ein Vielfaches.

Achtung: Für die großen Feste musst du Hotels und Züge Monate im Voraus buchen. Wer zu spät dran ist, zahlt viel oder findet gar nichts mehr. Alternativ übernachtest du in einer Nachbarstadt und reist mit dem Zug an.

1 Karneval (Februar)

Spaniens buntester Ausbruch vor der Fastenzeit. Am berühmtesten sind zwei Orte: Cádiz mit seinen bissig-satirischen Gesangsgruppen, den Chirigotas, und Santa Cruz de Tenerife mit einem Umzug, der es in seiner Opulenz fast mit Rio aufnimmt. Kostüm nicht vergessen, hier verkleidet sich wirklich jeder.

2 Fallas (März)

Das lauteste Fest des Landes steigt in Valencia, meist um den 15. bis 19. März. Ganze Stadtviertel bauen riesige, kunstvolle Figuren aus Pappmaché, die Fallas, und verbrennen sie in der letzten Nacht in einem gewaltigen Feuer. Dazu gibt es tagsüber ohrenbetäubende Böllerkonzerte, die Mascletà. Ein Erlebnis für starke Nerven.

3 Semana Santa (März oder April)

Die Karwoche vor Ostern ist das feierlichste Fest Spaniens. In ganz Andalusien, allen voran in Sevilla und Málaga, tragen Bruderschaften schwere, geschmückte Figuren in stundenlangen Prozessionen durch die Straßen. Die Stimmung ist ernst und ergreifend, nicht ausgelassen. Verhalte dich respektvoll und dräng dich nicht durch eine Prozession.

4 Feria de Abril (April)

Zwei Wochen nach der stillen Semana Santa dreht Sevilla das Gegenteil auf: Die Feria de Abril ist ein riesiges Volksfest mit Flamenco-Kleidern, Sherry, Sevillanas-Tanz und tausenden festlich geschmückten Zelten, den Casetas. Viele der schönsten Zelte sind privat, doch die Stimmung auf dem Festgelände erlebt jeder. Ein Höhepunkt ist der Umzug der Pferdekutschen.

5 Kreuze und Patios (Mai)

Der Mai gehört Córdoba. Erst schmücken die Viertel zu den Cruces de Mayo Kreuze mit Blumen, dann öffnen beim berühmten Patio-Festival private Innenhöfe kostenlos ihre blumenübersäten Türen. Die ganze Stadt riecht nach Geranien. Es ist die schönste, aber auch vollste Zeit für einen Besuch.

6 San Fermín (Juli)

Vom 6. bis 14. Juli verwandelt sich Pamplona in einen weiß-roten Rausch. Weltberühmt ist der Encierro, der morgendliche Stierlauf durch die Altstadt, bei dem Menschen vor sechs Kampfstieren herrennen. Das ist gefährlich und umstritten, du kannst das Spektakel aber auch gefahrlos vom Rand aus miterleben. Weiß gekleidet mit rotem Halstuch gehörst du dazu.

7 La Tomatina (August)

Am letzten Mittwoch im August bewirft sich das Dorf Buñol bei Valencia eine Stunde lang mit reifen Tomaten, bis die Straßen knietief rot sind. Die größte Lebensmittelschlacht der Welt braucht ein Ticket, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Zieh alte Kleidung und am besten eine Schwimmbrille an.

8 Feria de Málaga (August)

Das größte Sommerfest Andalusiens füllt Málaga im August neun Tage lang mit Musik, Tanz und Leben. Tagsüber feiert die Altstadt mit Wein und Verdiales-Musik, abends zieht das Fest aufs große Gelände am Stadtrand. Ideal, wenn du Sommerhitze und Strand mit einer echten Fiesta verbinden willst.

Gut zu wissen: Jedes Fest hat seinen eigenen Ton. Die Semana Santa ist andächtig, die Ferias sind ausgelassen. Lies vorher, worum es geht, dann trittst du nicht ins Fettnäpfchen. Weitere Reiseideen findest du bei den Spanien-Highlights und in der Andalusien-Rundreise.

Spanien mit Kindern: die besten Städte für Familien

Warum Spanien mit Kindern so gut funktioniert

In Spanien ist das Familienleben öffentlich. Kinder sind bis spät abends auf den Plätzen unterwegs, spielen auf jeder Plaza Fußball und sitzen selbstverständlich mit am Restauranttisch. Als Familie wirst du entspannt und freundlich empfangen. Der Mix aus Stränden, Parks und kindgerechten Museen macht die Planung leicht, und die Wege in den kompakten Altstädten sind kurz.

1 Valencia: die Familienstadt schlechthin

Valencia ist wie gemacht für Kinder. Im Oceanogràfic, dem größten Aquarium Europas, gehst du unter Haien hindurch und triffst Pinguine und Delfine. Im Bioparc erlebst du einen modernen Zoo ohne sichtbare Gitter, in dem Afrikas Landschaften nachgebaut sind. Beide gehören zur futuristischen Ciudad de las Artes, in der auch ein Wissenschaftsmuseum zum Anfassen steckt.

Dazu kommt der Stadtstrand mit flachem Wasser und der Turia-Park, ein neun Kilometer langes ehemaliges Flussbett voller Spielplätze, ideal zum Radfahren. Mehr Stadt für Familien geht kaum.

2 San Sebastián: Strand und Aquarium

Die Playa de la Concha ist ein perfekter Familienstrand: eine geschützte Bucht mit ruhigem Wasser mitten in der Stadt. Am Ende der Promenade liegt das Aquarium mit einem Unterwassertunnel. Auf den Hausberg Monte Igueldo fährt eine historische Standseilbahn hinauf zu einem nostalgischen Vergnügungspark mit Blick über die Bucht.

3 Madrid: Parks und Ausblicke

Die Hauptstadt bietet Kindern mehr, als man denkt. Im Retiro-Park fahrt ihr Ruderboot auf dem See, am Wochenende gibt es Puppentheater. Über den großen Stadtwald Casa de Campo schwebt eine Seilbahn, und am Madrid Río reihen sich moderne Spielplätze und Wasserflächen am Fluss.

4 Málaga: Strand mit Kultur

An der Costa del Sol verbindest du Baden und Stadt. Die Playa de la Malagueta liegt direkt am Zentrum, das Wasser ist mild und der Einstieg sanft. Bei Regen oder Mittagshitze lockt das Automobilmuseum mit glänzenden Oldtimern. Málaga hat außerdem einen weitgehend flachen, kinderwagentauglichen Kern.

5 Granada: Wissenschaft zum Anfassen

Neben der Alhambra hat Granada ein echtes Familien-Highlight: den Parque de las Ciencias, das größte Wissenschaftsmuseum Andalusiens, mit Planetarium, Tropenschmetterlingen im BioDomo und vielen Mitmachstationen. Ein ganzer Tag vergeht dort wie im Flug.

6 Barcelona: Stadt am Meer

Barcelona kombiniert Strand und Staunen. Die Stadtstrände sind schnell erreicht, Gaudís bunte Bauten faszinieren auch Kinder, und die Hügel mit ihren Seilbahnen bieten weite Ausblicke. Plane die großen Sehenswürdigkeiten mit Zeitfenster-Ticket, damit ihr nicht mit müden Kindern in der Schlange steht.

Praktische Tipps für den Reisealltag

Drei Dinge erleichtern das Reisen mit Kindern in Spanien. Erstens die Essenszeiten: Warm gegessen wird spät, mittags ab 14 Uhr, abends ab 21 Uhr. Für kleine Kinder helfen ein spätes Mittagessen und ein Snack am Nachmittag, oder du suchst Lokale, die durchgehend Küche haben. Zweitens die Hitze: Meide im Hochsommer die pralle Mittagssonne, halte es wie die Spanier und lege eine Siesta oder eine Museumspause ein. Denk an Sonnenhut und genügend Wasser.

Drittens der Untergrund: Das Kopfsteinpflaster vieler Altstädte ist für Kinderwagen mühsam, ein Tragetuch ist dort oft praktischer. Ansonsten gilt: Spanien ist sicher, sauber und gut ausgestattet, Windeln und Babynahrung bekommst du in jeder Apotheke und jedem Supermarkt.

Tipp: Reise mit Kindern am besten im Frühling oder Frühherbst. Dann ist es warm genug für den Strand, aber nicht so heiß wie im Juli und August. Welche Städte sich im Herbst besonders lohnen, liest du im Guide Spanien im Herbst. Für die Küste hilft die Übersicht Spaniens Städte am Meer.

Beste Reisezeit für Spanien: Monat für Monat

Die kurze Antwort

Für eine klassische Städtereise sind April, Mai, September und Oktober die stärksten Monate. Es ist warm genug für Terrassen und kühl genug für lange Fußwege. Im Hochsommer weichst du an die Nordküste oder auf die Kanaren aus, im Winter an die Südküste. Der Rest ist Feinabstimmung.

Wie groß die Unterschiede wirklich sind, zeigt der direkte Vergleich. Alle Zahlen sind mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius.

Monat Sevilla Madrid Barcelona Bilbao Málaga Las Palmas
Januar 15,9 10,3 13,4 12,3 16,6 19,9
Februar 18,4 13,3 14,7 14,0 17,4 19,9
März 20,6 16,0 16,1 15,5 19,1 20,0
April 23,3 19,1 17,7 17,3 20,6 21,1
Mai 28,5 24,4 21,4 19,9 24,3 22,0
Juni 32,5 29,5 25,8 22,7 28,1 23,5
Juli 37,0 34,4 28,6 24,8 31,1 25,1
August 36,9 33,4 28,5 25,7 30,9 26,3
September 31,5 26,9 25,0 23,7 27,7 25,4
Oktober 26,6 21,5 21,6 21,1 24,1 25,1
November 20,0 14,5 17,4 16,1 20,0 22,9
Dezember 17,1 11,5 14,9 14,3 17,6 21,1

Las Palmas schwankt über das ganze Jahr um rund sechs Grad, Sevilla um mehr als zwanzig. Wer Verlässlichkeit sucht, findet sie auf den Kanaren. Wer echte Jahreszeiten will, fährt aufs Festland. Und wer im Sommer Städte laufen will, schaut in die Bilbao-Spalte: Der Norden bleibt selbst im August unter 26 Grad.

1 Januar

Der günstigste Monat des Jahres. Almería kommt auf 16,7 Grad bei nur vier Regentagen, Málaga auf 16,6 und Sevilla auf 15,9. Madrid ist mit 10,3 Grad kalt, dafür trocken und museal perfekt. Am 5. Januar ziehen überall die Umzüge der Heiligen Drei Könige durch die Straßen. Meide den Nordwesten, Vigo bekommt 201 Millimeter Regen an 14 Tagen.

2 Februar

Der trockenste Monat im Südosten: Almería verzeichnet nur 13 Millimeter Regen an drei Tagen. Valencia kommt auf 17,0 Grad bei vier Regentagen, Sevilla schon auf 18,4. In Cádiz und in Santa Cruz de Tenerife steigt der Karneval, beide Städte sind dann früh ausgebucht. Auf der Hochebene bleibt es hart, Ávila schafft tagsüber 9,2 Grad.

3 März

Der Süden wacht auf, mit Einschränkung. Sevilla erreicht 20,6 Grad, bekommt aber 80 Millimeter Regen, Granada sogar 115 an zwölf Tagen. Trockener bleiben Huelva mit 57 Millimetern und Almería mit 49. In Valencia brennen Mitte März die Fallas, danach beruhigt sich die Stadt schlagartig. Für Küstenstädte wie Elche oder Murcia ist der Monat schon gut.

4 April

Einer der besten Monate überhaupt. Sevilla liegt bei 23,3 Grad, Córdoba bei 22,4, Jerez bei 22,0. Carmona, nur 40 Straßenkilometer und eine halbe Autostunde von Sevilla entfernt, ist jetzt ideal für einen halben Tag über der Ebene. Achtung bei Semana Santa und Feria: In diesen zwei Wochen sind Sevillas Hotels teuer und ausgebucht, und viele Gassen sind für Prozessionen gesperrt.

5 Mai

Der Monat, in dem ganz Spanien aufgeht. Madrid steigt auf 24,4 Grad, Salamanca auf 21,4, Segovia auf 19,6. Die Hochebene ist grün, was sie nur wenige Wochen im Jahr ist. Auch Zamora mit 22,9 Grad und León mit 20,2 lohnen sich jetzt. In der Provinz Jaén erreichen Baeza und Úbeda auf über 760 Metern angenehme 24,3 Grad, ihre Renaissance-Altstädte gehören zum UNESCO-Welterbe und liegen nur zehn Straßenkilometer auseinander. Anfang Mai öffnet Córdoba seine Patios.

6 Juni

Der letzte Monat vor der großen Hitze und der beste Badestart. Das Mittelmeer ist warm genug, die Strände sind noch nicht voll, und die Tage sind die längsten des Jahres. Barcelona liegt bei 25,8 Grad, Valencia bei 27,7, Alicante bei 27,0. Im Landesinneren wird es dagegen ernst: Sevilla erreicht 32,5 Grad, Madrid 29,5. Wer beides will, kombiniert eine Küstenstadt mit einem kurzen Abstecher ins Hinterland und legt den Landesteil auf den Vormittag.

7 Juli

Jetzt zählt nur die Himmelsrichtung. Córdoba kommt auf 37,7 Grad und Sevilla auf 37,0, während Gijón und Avilés bei 22,1 bleiben und San Sebastián bei 23,6. In Asturien und im Baskenland läuft die Städtereise ungestört weiter. In Pamplona beginnt Anfang Juli San Fermín, danach wird die Stadt wieder ruhig und bezahlbar.

8 August

Der teuerste und vollste Monat. Ganz Spanien hat Ferien, die Küsten sind ausgelastet, im Süden erreicht Córdoba 37,1 Grad. Gute Alternativen: Santander mit 24,0 Grad, Comillas mit 23,6, A Coruña mit 23,7 oder die Höhenstädte Burgos mit 28,1 und Astorga mit 28,3 Grad, wo die Nächte auf rund 14 Grad abkühlen. Wer im August fährt, bucht Unterkünfte deutlich früher als sonst.

9 September

Der unterschätzte Spitzenmonat. Das Meer ist noch warm, die Massen sind weg, die Preise fallen. Sevilla geht auf 31,5 Grad zurück, Málaga auf 27,7, Barcelona auf 25,0. Nur im Osten steigt das Regenrisiko: Valencia bekommt im September 84 Millimeter, Barcelona 91 an zwölf Tagen. Das sind typische Herbstgewitter, die heftig ausfallen und schnell wieder vorbeiziehen. Wer eine Woche Zeit hat, verliert davon selten mehr als einen halben Tag.

10 Oktober

Für Andalusien der beste Monat des zweiten Halbjahres. Sevilla liegt bei 26,6 Grad, Córdoba bei 26,1, Málaga bei 24,1. Die Regenmengen steigen aber deutlich, Sevilla verzeichnet 87 Millimeter an sieben Tagen. Welche zehn Städte im Herbst am meisten hergeben, steht im Beitrag Spanien im Herbst.

11 November

Der Übergang. Im Süden bleibt es mild, Sevilla und Málaga kommen beide auf 20,0 Grad. Im Norden wird es nass, Bilbao bekommt 159 Millimeter Regen an 16 Tagen. Der Monat eignet sich gut für die Extremadura: Cáceres liegt bei 16,4 Grad, Mérida bei 17,8 und Badajoz bei 18,1, alle drei mit sehr wenig Betrieb und niedrigen Preisen.

12 Dezember

Weihnachtsmärkte, Krippen und leere Museen. Sevilla hält 17,1 Grad, Málaga 17,6, Las Palmas 21,1. Auf der Hochebene wird es kalt: Teruel fällt nachts auf 1,6 Grad, Cuenca auf 1,3. Wer Wärme garantiert haben will, fliegt nach Lanzarote, dort sind es 20,4 Grad bei sechs Millimetern Regen im ganzen Monat.

Beste Reisezeit nach Region

Andalusien: März bis Mai und Oktober bis November. Der Hochsommer ist im Landesinneren zu heiß, der Winter an der Küste dagegen angenehm mild.

Galicien, Asturien und Kantabrien: Juni bis September. Der Rest des Jahres ist nass, Pontevedra bekommt im Januar 191 Millimeter Regen. Sehenswert bleibt der Norden trotzdem, zum Beispiel Lugo mit seiner vollständig erhaltenen römischen Stadtmauer, die zum UNESCO-Welterbe gehört.

Die Hochebene mit Kastilien und León: Mai, Juni, September und Oktober. Im Winter friert es, im Hochsommer knallt die Sonne auf die baumlose Ebene.

Mittelmeerküste und Balearen: Juni und September sind besser als Juli und August, weil das Wasser genauso warm, die Preise aber niedriger sind.

Kanaren: das ganze Jahr. Im Winter das wärmste Ziel Spaniens, im Sommer kühler als das Festland.

Was der Monat für deinen Geldbeutel bedeutet

Die Preiskurve folgt dem Kalender ziemlich genau. Am günstigsten reist du zwischen Anfang Januar und Mitte März, sobald die Weihnachtsferien vorbei sind. Dann sind Flüge, Hotels und Mietwagen im ganzen Land niedrig bepreist, und viele Sehenswürdigkeiten kommen ohne Vorbuchung aus.

Die erste Spitze kommt mit der Karwoche und bleibt in Sevilla bis nach der Feria. Danach fällt der Markt kurz zurück, bevor er ab Mitte Juni steil steigt und im August seinen Höchststand erreicht. Ab Mitte September kippt es wieder, der Oktober ist deshalb oft die beste Kombination aus gutem Wetter und fairem Preis. Im November und Dezember wird es erneut sehr günstig, mit Ausnahme der Tage um Weihnachten und Neujahr.

Praktisch heißt das: Wenn du flexibel bist, verschiebe eine Sommerreise um zwei Wochen in den September und eine Frühlingsreise um zwei Wochen hinter Ostern. Das spart oft mehr als jede Suchmaschine.

Wann du Spanien besser meidest

Achtung: Drei Zeitfenster sind teuer und voll. Erstens die Karwoche, vor allem in Sevilla und Málaga. Zweitens der August, wenn ganz Spanien selbst Urlaub macht. Drittens große Stadtfeste wie San Fermín in Pamplona oder die Fallas in Valencia. Welches Fest wann läuft, steht im Überblick Feste in Spanien.

Ein vierter Punkt betrifft die Sehenswürdigkeiten selbst. Für die Alhambra in Granada gilt das ganze Jahr: erst das Zeitfenster-Ticket buchen, dann das Hotel. Im Winter ist das entspannt, ab März wird es eng. Dasselbe Muster gilt für die Sagrada Família und für den Königspalast in Madrid an kostenlosen Abenden.

So planst du deine Reise praktisch

Suche zuerst deinen Monat, dann die Region, dann die Stadt. Wer im Juli fliegen muss, plant keine andalusische Rundreise, sondern eine Woche an der Nordküste. Wer im Februar Sonne braucht, bucht Almería oder die Kanaren, nicht Madrid. Und wer nur ein langes Wochenende hat, wählt im Winter eine Stadt mit wenigen Regentagen, statt auf Glück zu setzen.

Für die Verbindungen zwischen den Städten ist die Bahn meist die beste Lösung. Zwischen Madrid, Sevilla, Córdoba, Valencia und Barcelona brauchst du kein Auto. Für die Extremadura, die Provinz Jaén oder die Küste Asturiens ist ein Mietwagen dagegen fast Pflicht. Wenn du eine komplette Route für den Süden suchst, hilft die Andalusien Rundreise weiter.

Tipp: Nimm die Monatswerte als Richtung, nicht als Versprechen. Ein einzelner Apriltag in Sevilla kann 30 Grad haben, ein Julitag an der Nordküste 17. Schau eine Woche vor Abflug in die Vorhersage und pack für die Spanne, nicht für den Durchschnitt. Eine dünne Jacke gehört in Spanien in jeden Koffer, das ganze Jahr über.

Spanien im Frühling: die besten Städte für März bis Mai

Warum der Frühling die beste Städtezeit ist

Spanische Städte erlebst du zu Fuß. Du läufst durch enge Altstädte, stehst vor Kassen an und sitzt abends draußen. Genau deshalb entscheidet die Temperatur über den ganzen Urlaub. Im Juli erreicht Sevilla im Schnitt 37,0 Grad, Córdoba sogar 37,7. Im April sind es in Sevilla 23,3 Grad, im Mai 28,5. Das ist der Unterschied zwischen einem schönen Tag und einem Kampf gegen die Sonne.

Dazu kommt die Vegetation. Die Orangenbäume in Sevilla blühen im Frühjahr, die Hochebene um Ávila und Segovia ist grün statt staubbraun, und die Sierra Nevada trägt noch Schnee, während unten in Granada schon Terrassenwetter herrscht. Diese Kombination gibt es nur wenige Wochen im Jahr. Wer sie einmal gesehen hat, kommt kaum wieder im August.

Achtung: Semana Santa und die Feria de Abril füllen Sevilla komplett. Zimmer sind Monate vorher weg, die Preise steigen deutlich. Willst du die Feste, buche sehr früh. Willst du Ruhe, verschiebe deine Reise um zwei Wochen. Welches Fest wann stattfindet, steht im Überblick Feste in Spanien.

März: der Süden startet, der Norden noch nicht

Der März ist ein Monat der Gegensätze. Sevilla kommt auf 20,6 Grad im Tagesmittel, Málaga auf 19,1 und Almería auf 19,3. Das reicht für lange Tage draußen und für den ersten Kaffee in der Sonne. Gleichzeitig ist der März in Andalusien häufig der nasseste Monat: Granada bekommt 115 Millimeter Regen an rund zwölf Tagen, Málaga 85, Sevilla 80. Plane für jede Woche einen Regentag ein und halte ein Museum als Reserve bereit.

Nach oben hin wird es schnell ungemütlich. Ávila liegt auf 1127 Metern und schafft im März nur 11,4 Grad am Tag, nachts sind es 1,9. Segovia auf 996 Metern kommt auf 12,0 Grad, Burgos und León liegen ähnlich. Auf der Meseta weht dazu fast immer Wind. Diese Städte hebst du dir auf.

Am trockensten bist du im März im Südosten. Almería kommt auf 49 Millimeter Regen an sieben Tagen, das ist der niedrigste Wert aller andalusischen Städte. Überraschend gut steht auch Huelva da: 57 Millimeter, obwohl die Stadt am Atlantik liegt. Von Sevilla fährst du die 110 Straßenkilometer in rund 1 Stunde 15. Huelva ist keine Postkartenstadt, dafür bekommst du dort im Frühling menschenleere Strände und ein Fischerhafenviertel ohne einen einzigen Reisebus.

April: der beste Kompromiss

Im April passt in Spanien fast alles zusammen. Sevilla liegt bei 23,3 Grad, Córdoba bei 22,4, Granada bei 20,0 und Jerez de la Frontera bei 22,0. Warm genug für kurze Ärmel, kühl genug, um Kathedrale, Alcázar und Altstadt an einem Tag zu schaffen.

Córdoba profitiert besonders. Die Stadt gehört im Hochsommer mit 37,7 Grad zu den heißesten Europas, im April ist sie mild. Wenn du die Mezquita ohne Hitzestau erleben willst, ist jetzt dein Fenster. Von Sevilla sind es 150 Straßenkilometer, mit dem Auto rund 1 Stunde 45, mit dem Schnellzug deutlich weniger.

Auch die kleinen Städte funktionieren jetzt gut. Carmona liegt nur 40 Straßenkilometer und eine halbe Autostunde von Sevilla entfernt, hoch über der Ebene des Guadalquivir, und wird von Tagesgästen fast übersehen. Von dort sind es weitere 110 Kilometer nach Córdoba, gut eine Stunde und ein Viertel. Wer den ganzen Süden am Stück sehen will, findet den Ablauf in der Andalusien Rundreise.

Mai: jetzt geht auch das Hochland

Im Mai kippt die Landkarte. Madrid steigt auf 24,4 Grad, Salamanca auf 21,4, Segovia auf 19,6 und Ávila auf 19,2. Die Meseta ist jetzt grün, was sie nur wenige Wochen im Jahr ist. Ab Juli wird sie braun und heiß. Für Salamanca, Zamora und Astorga ist der Mai deshalb der stärkste Monat des Jahres. Zwischen Zamora und Salamanca liegen nur 80 Straßenkilometer, eine dreiviertel Stunde mit dem Auto, von León nach Astorga sind es 50 Kilometer und eine halbe Stunde.

Der Mai gehört außerdem den Olivenstädten in der Provinz Jaén. Baeza und Úbeda liegen auf über 760 Metern und sind nur zehn Straßenkilometer voneinander entfernt, eine Viertelstunde mit dem Auto. Ihre Renaissance-Ensembles stehen gemeinsam auf der UNESCO-Welterbeliste. Im Juli sind hier fast 35 Grad normal, im Mai angenehme 24,3. Von Granada fährst du 110 Kilometer in rund 1 Stunde 15.

Anfang Mai gehört Córdoba den Innenhöfen. Die Bewohner öffnen ihre Patios für Besucher, das Fest zählt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Es wird voll in der Judería, aber du siehst Räume, die das ganze übrige Jahr geschlossen bleiben.

Frühlingstemperaturen im Vergleich

Die Zahlen sind mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius. Sie zeigen gut, wie unterschiedlich schnell die Regionen warm werden.

Stadt März April Mai
Sevilla 20,6 23,3 28,5
Almería 19,3 21,3 25,3
Málaga 19,1 20,6 24,3
Valencia 18,7 20,1 24,0
Madrid 16,0 19,1 24,4
Barcelona 16,1 17,7 21,4
Bilbao 15,5 17,3 19,9
Ávila 11,4 14,4 19,2

Zwei Dinge fallen auf. Erstens macht Sevilla zwischen April und Mai einen Sprung von über fünf Grad, dort beginnt der Sommer früh. Zweitens bleibt der Norden das ganze Frühjahr kühl: Bilbao kommt im Mai auf 19,9 Grad. Für Städtebummel ist das ideal, für den Strand nicht. Wer im Frühling an die Nordküste fährt, packt eine Regenjacke ein, denn Bilbao verzeichnet im April 14 Regentage.

Feste, Küste und die Frage nach dem Baden

Valencia gehört im März den Fallas. Die Stadt ist dann laut, voll und ungewöhnlich früh im Jahr auf Betriebstemperatur. Für den Stadtstrand ist es allerdings zu kühl: 18,7 Grad im März und 20,1 im April reichen zum Spazieren, nicht zum Baden. Wirklich badetauglich wird das Mittelmeer erst im Juni. Wer im Frühling ins Wasser will, braucht die Kanaren.

Elche mit seinem UNESCO-Palmenhain und Murcia sind ebenfalls Frühlingsziele: 19,6 und 20,4 Grad im März, im Mai schon 25,2 und 26,7. Am Atlantik bietet Cádiz im April 20,7 Grad und viel Wind, dafür Wellen und leere Strandpromenaden.

Tipp: Pack im Frühling nach dem Zwiebelprinzip. In Granada, Toledo oder Cuenca liegen zwischen Mittag und Mitternacht schnell zwölf Grad Unterschied. Eine dünne Jacke und ein Regenschutz gehören bis Ende April ins Gepäck, dazu Schuhe mit Profil für glattes Kopfsteinpflaster.

Preise, Andrang und Buchung

Der Frühling ist keine Billigsaison mehr, aber auch noch keine Hochsaison. Zwischen Anfang März und Ostern sind Flüge und Hotels vergleichsweise ruhig bepreist. Sobald die Karwoche beginnt, ändert sich das schlagartig, und in Sevilla bleibt es bis nach der Feria teuer. Nach der Feria fällt der Markt wieder, der Mai ist deshalb oft günstiger als der April.

Für die großen Sehenswürdigkeiten gilt eine einfache Reihenfolge: erst das Zeitfenster-Ticket, dann die Unterkunft. Für die Alhambra sind die Slots der Nasridenpaläste ab März regelmäßig Wochen im Voraus vergeben. Wer flexibel bleiben will, plant den zweiten Reisetag als Puffer und schiebt das Museumsprogramm auf den Regentag.

Kurz zusammengefasst

Im März fährst du nach Almería, Huelva oder Málaga und rechnest mit Regen. Im April ist ganz Andalusien perfekt, dazu Toledo und Madrid. Im Mai öffnest du die Landkarte nach Norden und Osten: Salamanca, Zamora, Segovia, Baeza, Úbeda und die ganze Hochebene. Alle Landesteile im Überblick findest du unter Regionen Spaniens.

Spanien im Sommer: wo es auszuhalten ist

Die einfache Regel: im Sommer nach Norden

Spanien ist im Juli und August kein einheitliches Land. Der Süden und die Mitte kochen, die Atlantikküste im Norden bleibt frisch. Die Zahlen sind eindeutig: Während Sevilla im Juli auf 37,0 Grad kommt, sind es in Gijón und Avilés jeweils 22,1 Grad. In San Sebastián zeigt das Thermometer 23,6, in Bilbao 24,8.

Das bedeutet nicht, dass es im Norden schlecht ist. Es bedeutet, dass du dort im August mittags durch eine Altstadt laufen kannst, ohne von Schatten zu Schatten zu springen. Für Städtereisende ist das der ganze Punkt. Auch die Nächte machen einen Unterschied: In Oviedo fällt das Thermometer im Juli auf 14,7 Grad, in Sevilla nur auf 21,8. Du schläfst also deutlich besser.

Gut zu wissen: Der Norden ist kühl, aber nicht trocken. San Sebastián bekommt im August 103 Millimeter Regen an zwölf Tagen, Oviedo im Juni sogar 130 Millimeter. Rechne mit Schauern und pack eine leichte Regenjacke ein, auch im Hochsommer. Genau dieser Regen macht die Küste so grün.

Was die Zahlen über den Süden sagen

Andalusien und die Extremadura sind im Hochsommer eine sportliche Aufgabe. Córdoba erreicht im Juli 37,7 Grad und im August 37,1, Sevilla 37,0 und 36,9. Auch die kleineren Städte ziehen mit: Carmona kommt auf 36,4 Grad, Badajoz und Mérida jeweils auf 35,3.

Regen fällt praktisch keiner. Sevilla verzeichnet im Juli einen Millimeter und null Regentage, Badajoz drei Millimeter. Das klingt nach perfektem Urlaubswetter und ist in der Praxis das Gegenteil: kein Nachlassen, keine Abkühlung, keine Wolke. Wenn du trotzdem fährst, drehe den Tag um. Sightseeing zwischen sieben und elf Uhr, danach Siesta, ab 19 Uhr wieder raus. So machen es die Einheimischen selbst, und deshalb sind die Plätze erst nach Sonnenuntergang voll.

Die grüne Küste: Asturien, Kantabrien, Baskenland

Der Küstenstreifen zwischen Galicien und Frankreich ist Spaniens Sommerversicherung. In Asturien liegen die Julimittel bei 22,1 Grad in Gijón und 22,6 in Oviedo. Avilés wird meistens übersehen, liegt aber nur 30 Straßenkilometer und eine Viertelstunde von Gijón entfernt und hat eine der geschlossensten Altstädte der Region, mit Arkadengassen und einem großen Bogen an Sidrerías. Wer drei Städte an einem Tag will, fährt Oviedo, Avilés und Gijón als Dreieck, keine Strecke dauert länger als 20 Minuten.

In Kantabrien kommt Santander im August auf 24,0 Grad, das kleine Comillas mit seinem frühen Gaudí-Bau auf 23,6. Im Baskenland sind San Sebastián und Bilbao die Klassiker. Beide sind im August allerdings voll, weil halb Spanien vor der eigenen Hitze flüchtet. Wer Ruhe will, weicht landeinwärts nach Vitoria-Gasteiz aus, das auf 547 Metern liegt und im Juli bei 25,6 Grad bleibt.

Galicien: kühl, aber nicht überall

In Galicien liegt der Julimittelwert in A Coruña bei 23,2 Grad, in Santiago de Compostela bei 25,1 und in Lugo bei 24,2. Lugo lohnt sich besonders: Die römische Stadtmauer ist auf ganzer Länge begehbar und steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Von Santiago sind es 100 Straßenkilometer, rund 1 Stunde 15.

Eine Ausnahme gibt es. Ourense im Landesinneren erreicht im Juli 29,5 und im August 29,7 Grad und ist damit die heißeste Stadt Galiciens. Die heißen Quellen der Stadt besuchst du deshalb besser am Vormittag oder abends. An der Küste bleibt es milder: Pontevedra kommt auf 26,1 Grad und hat eine weitgehend autofreie Altstadt, die auch im August entspannt bleibt. Von dort sind es nur 30 Kilometer und eine Viertelstunde nach Vigo, und 60 Kilometer nach Santiago.

Norden gegen Süden im Juli und August

Mittlere Tageshöchstwerte in Grad Celsius. Diese Tabelle ist die kürzeste Reiseplanung, die es für den spanischen Sommer gibt.

Stadt Juli August
Córdoba 37,7 37,1
Sevilla 37,0 36,9
Madrid 34,4 33,4
Valencia 30,5 30,6
Barcelona 28,6 28,5
Santa Cruz de Tenerife 25,2 26,4
Bilbao 24,8 25,7
San Sebastián 23,6 24,4
Gijón 22,1 22,8

Höhe statt Küste

Wer lieber ins Landesinnere will, nutzt die Höhenmeter. Ávila liegt auf 1127 Metern und kommt im Juli auf 29,1 Grad, nachts kühlt es auf 15,5 ab. Burgos auf 863 Metern schafft 28,1 Grad bei 13,8 in der Nacht, León 29,4 und Astorga 28,4. Diese Städte sind tagsüber warm, ihre Nächte aber zum Schlafen gemacht.

Auch Teruel in Aragonien gehört hierher. Die Stadt liegt auf 908 Metern, erreicht im Juli 32,1 Grad und kühlt nachts auf 16,1 ab. Ihre Mudéjar-Türme sind Teil des UNESCO-Welterbes, und die Stadt ist so wenig besucht, dass du sie im August fast für dich hast. Von Valencia sind es 140 Straßenkilometer, mit dem Auto rund 1 Stunde 45. Als Zwischenstopp auf dem Weg von der Küste nach Saragossa ist Teruel kaum zu schlagen.

Die Kanaren sind der heimliche Sommertipp

Viele halten die Kanaren für ein reines Winterziel. Im Sommer sind sie aber kühler als das spanische Festland. Santa Cruz de Tenerife kommt im Juli auf 25,2 Grad, Las Palmas de Gran Canaria auf 25,1 und Arrecife auf Lanzarote auf 25,0. Dazu weht fast immer der Passat. Wer im August Sonne und Meer will, ohne im Süden zu schmoren, fliegt auf die Kanarischen Inseln. Das Meerwasser ist dort außerdem wärmer als am spanischen Nordatlantik.

Tipp: Auch am Festland gibt es Windkühlung. Tarifa an der Meerenge von Gibraltar bleibt im Juli bei 28,7 Grad, weil dort fast immer Levante oder Poniente weht. Für Kitesurfer ist das der Grund zu kommen, für alle anderen ein angenehmer Nebeneffekt. Rechne aber damit, dass der Wind auch das Handtuch am Strand schwierig macht.

Wenn du trotzdem in den Süden musst

Schulferien lassen oft keine Wahl. Dann gilt: Küste vor Landesinnerem. Málaga bleibt mit 31,1 Grad im Juli deutlich unter Córdoba, weil das Meer die Spitzen kappt. Buche eine Unterkunft mit funktionierender Klimaanlage, lege Museen und klimatisierte Innenräume auf den Nachmittag und die Altstadt auf den Abend.

Zwei praktische Dinge helfen zusätzlich. Erstens trinkst du mehr, als du denkst, und in fast jeder Altstadt gibt es öffentliche Trinkbrunnen. Zweitens sind die Fahrten selbst das größte Risiko: Ein Mietwagen ohne funktionierende Klimaanlage macht eine Zweistundenstrecke im August zur Strafe. Wer flexibel ist, verschiebt die Reise ganz in den Herbst, wie im Beitrag Spanien im Herbst beschrieben.

Spanien im Winter: Sonne, Städte und leere Museen

Warum der Winter in Spanien funktioniert

Die Rechnung ist einfach. Im Sommer stehst du in Sevilla bei 37 Grad in der Schlange, im Winter läufst du bei 16 Grad durch dieselbe Altstadt und musst kaum warten. Die Sehenswürdigkeiten sind dieselben, das Erlebnis ist ein anderes. Dazu kommen kürzere Tage, die dich zwingen, dich auf zwei oder drei Dinge zu konzentrieren. Das ist kein Nachteil, sondern der beste Filter gegen Hetze.

Was du aufgibst: Baden, lange helle Abende und die Terrassenkultur an manchen Orten. Was du bekommst: leere Museen, verfügbare Tickets, Restaurants ohne Reservierung und Städte, die wieder den Einheimischen gehören.

Die Sonnenecke: Costa del Sol, Almería und Murcia

Der Südosten ist Spaniens verlässlichste Winterregion. Almería kommt im Januar auf 16,7 Grad und bekommt nur 22 Millimeter Regen an vier Tagen. Im Februar sind es sogar nur 13 Millimeter an drei Tagen, das ist der trockenste Wert des Landes. Málaga liegt mit 16,6 Grad gleichauf, hat aber mehr Regentage.

Weiter östlich bleibt es ähnlich mild. Murcia erreicht im Januar 16,7 Grad, Cartagena 16,2 und Alicante 16,3. In Nerja fällt das Thermometer nachts kaum unter 10,0 Grad. Das reicht nicht zum Baden, aber locker für lange Spaziergänge im T-Shirt mit Jacke darüber und für den Kaffee draußen.

Gut zu wissen: Milde Tage heißen nicht milde Nächte. In Granada fällt der Tiefstwert im Januar auf 3,2 Grad, in Almería auf 8,1. Viele spanische Altbauten sind schlecht isoliert und werden nur über die Klimaanlage beheizt. Prüfe bei der Buchung, ob die Unterkunft wirklich heizen kann.

Der Atlantik: Cádiz, Huelva und Sevilla

Sevilla ist im Januar mit 15,9 Grad und fünf Regentagen ein hervorragendes Winterziel. Alcázar und Kathedrale sind ohne Sommerschlange zu haben, und die Orangenbäume tragen Früchte. Cádiz liegt bei 16,0 Grad, Jerez de la Frontera bei 16,4.

Der Geheimtipp ist Huelva. Die Stadt kommt im Januar auf 16,3 Grad und nur 31 Millimeter Regen an fünf Tagen, damit ist sie trockener als Sevilla, Cádiz und Málaga. Von Sevilla sind es 110 Straßenkilometer, rund 1 Stunde 15 mit dem Auto. Tourismus findet dort im Winter praktisch nicht statt, dafür bekommst du leere Dünenstrände und Tapas zu Preisen, die anderswo längst Geschichte sind.

Januar im Vergleich

Mittlere Höchst- und Tiefstwerte in Grad Celsius, dazu die durchschnittliche Zahl der Regentage im Monat.

Stadt Tag Nacht Regentage
Santa Cruz de Tenerife 20,2 15,0 6
Las Palmas de Gran Canaria 19,9 14,9 8
Almería 16,7 8,1 4
Málaga 16,6 9,4 6
Valencia 16,2 7,0 3
Sevilla 15,9 6,5 5
Barcelona 13,4 4,8 4
Bilbao 12,3 5,8 15
Madrid 10,3 1,2 6
Ávila 7,2 -0,3 8

Bemerkenswert ist Valencia: nur drei Regentage im Januar, mehr trockene Tage als an der Costa del Sol und trotzdem 16,2 Grad. Und Bilbao zeigt, dass mild und trocken zwei verschiedene Dinge sind, 15 Regentage im Januar sind dort normal.

Madrid im Winter: kalt, trocken, leer

Madrid liegt auf 665 Metern und ist im Januar mit 10,3 Grad am Tag und 1,2 in der Nacht wirklich kalt. Dafür fällt kaum Regen, nur 38 Millimeter an sechs Tagen, und der Himmel ist oft strahlend blau. Das ist perfektes Museumswetter.

Genau darum lohnt sich der Winter in der Hauptstadt. Im Prado stehst du vor Velázquez, ohne dich durch drei Reihen zu schieben. Auch Reina Sofía und Thyssen sind angenehm leer, und die kostenlosen Abendfenster sind seltener überfüllt als im Frühjahr. Danach wärmst du dich in einer Bar auf, und dafür ist die spanische Winterküche mit Cocido, Eintöpfen und heißer Schokolade gemacht.

Wo es richtig kalt wird

Die Meseta und die Bergstädte sind im Winter keine Spaßveranstaltung, aber sie sind eindrucksvoll. Ávila auf 1127 Metern erreicht im Januar 7,2 Grad und fällt nachts auf minus 0,3. León kommt auf 7,9 Grad und minus 0,4, Burgos auf 7,1 und 0,1, Segovia auf 7,7 und 0,5.

Noch kälter ist es in Teruel auf 908 Metern mit minus 0,2 Grad in der Nacht und in Cuenca auf 941 Metern mit minus 0,4. Auch Astorga pendelt um den Gefrierpunkt. Wer diese Städte im Winter besucht, bekommt komplett leere Altstädte, klare Luft und Fotos ohne Menschen, braucht dafür aber einen echten Wintermantel. Von León sind es nach Astorga nur 50 Straßenkilometer und eine halbe Stunde.

Schnee und Stadt am selben Tag

Granada ist im Winter die spannendste Adresse Spaniens. Unten in der Stadt sind es 13,0 Grad am Tag, oben in der Sierra Nevada liegt Schnee. Du kannst morgens Ski fahren und nachmittags durch die Alhambra laufen. Die Tickets für die Nasridenpaläste sind im Winter noch verfügbar, während sie ab dem Frühjahr Wochen vorher weg sind. Die Skisaison bringt allerdings am Wochenende viel Verkehr auf die Bergstraße, fahre früh los.

Wovon du im Winter besser die Finger lässt

Der Nordwesten ist im Winter nass. Vigo bekommt im Januar 201 Millimeter Regen an 14 Tagen, Pontevedra 191 und Santiago de Compostela 163 an ebenfalls 14 Tagen. Lugo kommt auf 121 Millimeter, Ourense auf 129. Das ist Teil des Charmes von Galicien, für eine kurze Städtereise aber ein hohes Risiko. Ähnliches gilt für die baskische Küste, San Sebastián verzeichnet im Januar 207 Millimeter.

Tipp: Willst du im Winter garantierte Wärme, fliege auf die Kanaren. Arrecife auf Lanzarote kommt im Januar auf 19,2 Grad bei nur sechs Millimetern Regen, Las Palmas auf 19,9 Grad. Das ist das einzige Stück Spanien, in dem der Winter kein Winter ist.

Die Feste der kalten Monate

Am 5. Januar ziehen in fast jeder spanischen Stadt die Umzüge der Heiligen Drei Könige durch die Straßen, und die Könige werfen Süßigkeiten in die Menge. Für Familien ist das der schönste Abend des spanischen Winters, die Geschenke gibt es traditionell am 6. Januar. Im Februar folgt der Karneval, am größten in Cádiz und in Santa Cruz de Tenerife. Beide Städte sind dann Wochen im Voraus ausgebucht, mehr dazu im Überblick Feste in Spanien.

Madrid oder Barcelona: welche Stadt passt zu dir?

Die kurze Antwort

Willst du Kunst, Nachtleben und spanisches Stadtleben ohne Filter, nimm Madrid. Willst du Architektur, Meer und einen kompakten Sightseeing-Trip, nimm Barcelona. Reist du zum ersten Mal nach Spanien und hast nur drei Tage, ist Barcelona meist die dankbarere Wahl. Die Highlights liegen dichter beieinander, und der Strand ist ein Bonus, den Madrid schlicht nicht hat.

Kommst du wieder, oder willst du wissen, wie Spanier ihre Hauptstadt leben, dreht sich das Bild. Madrid belohnt Wiederholungstäter. Die Stadt hat weniger Postkartenmotive, dafür mehr Alltag, mehr Museen und die längeren Abende. Alles Weitere sortieren der Madrid-Guide und die Barcelona-Tipps.

Madrid und Barcelona im direkten Vergleich

Kriterium Madrid Barcelona
Lage 665 Meter hoch, im Zentrum des Landes am Mittelmeer, Strand im Stadtgebiet
Juli tagsüber 34,4 Grad im Mittel schwüler, vom Meer gedämpft
Januar tagsüber 10,3 Grad, nachts 1,2 Grad milder, Frost ist die Ausnahme
Regen im Juli 7 Millimeter an 1 Regentag trocken, gelegentliche Gewitter
Stärke Museen, Plätze, Nachtleben Architektur, Design, Meer
Strand keiner zu Fuß aus der Innenstadt
Sprachen Spanisch Spanisch und Katalanisch
Tagesausflüge Toledo 68 km, Segovia 69 km, Ávila 88 km Girona, Tarragona, Costa Brava
Ideale Dauer 3 bis 4 Tage 3 bis 4 Tage
Andrang verteilt sich gut hoch, vor allem Juni bis September

Klima: trockene Hitze gegen Meeresluft

Madrid liegt auf 665 Metern mitten in der Meseta, weit weg von jeder Küste. Das macht das Klima extrem. Im Juli klettert die Höchsttemperatur im Mittel auf 34,4 Grad, nachts kühlt es auf 20,2 Grad ab. Regen fällt in diesem Monat praktisch keiner, statistisch sind es 7 Millimeter an einem einzigen Regentag. Im Januar dagegen kommt die Stadt tagsüber nur auf 10,3 Grad und fällt nachts auf 1,2 Grad. Frost gehört im Winter dazu.

Barcelona liegt am Meer, und das Mittelmeer dämpft beide Extreme. Die Sommer sind schwül statt backofenheiß, die Winter fallen deutlich milder aus als in der Hauptstadt. Praktisch heißt das: Im Hochsommer ist Barcelona angenehmer, weil du zwischendurch ins Wasser springen kannst. Im Winter ist Barcelona die wärmere Stadt, Madrid dafür oft die trockenere und sonnigere.

Gut zu wissen: Die besten Monate sind für beide Städte April bis Juni und September bis Oktober. Im August ist Madrid halb leer, weil viele Madrilenen selbst ans Meer fahren. Schön ruhig, aber viele kleine Bars und Restaurants machen dann Ferien.

Sehenswürdigkeiten: Museen gegen Architektur

Barcelona gewinnt beim Wiedererkennungswert. Die Sagrada Família und der Park Güell gehören zum Weltkulturerbe und stehen auf jeder Liste. Dazu kommen die Modernisme-Fassaden im Eixample, das gotische Viertel und die Strände der Barceloneta. In drei Tagen bekommst du viel gesehen, weil fast alles zu Fuß oder mit einer kurzen Metrofahrt erreichbar ist.

Madrid punktet mit Tiefe statt Kulisse. Das Museumsdreieck aus Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza ist in dieser Dichte in Europa selten. Dazu kommen der Königspalast und der Retiro-Park, der zusammen mit dem Paseo del Prado seit 2021 auf der Welterbeliste steht. Welche Highlights sich wirklich lohnen und welche du auslassen kannst, sortiert die Übersicht Madrid Sehenswürdigkeiten.

Tipp: Für beide Städte gilt: Tickets für die großen Namen vorab online buchen und einen festen Zeitslot nehmen. Bei der Sagrada Família entscheidet genau das darüber, ob du zehn Minuten oder anderthalb Stunden anstehst.

Essen und Ausgehen

Madrid isst spät und laut. Tapasrunden in La Latina, Cocido madrileño im Winter, Churros nach der Disco. Eine eigene Küstenküche hat die Stadt nicht, holt sich den Fisch aber über einen der größten Großmärkte der Welt und serviert ihn erstaunlich gut. Wo du in welchem Viertel isst, steht unter Essen und Trinken in Madrid.

Barcelona kocht katalanisch: Pa amb tomàquet, Fideuà, im Winter Calçots, dazu Meeresfrüchte. Rund um die Ramblas zahlst du für mäßiges Essen viel, ein paar Straßen weiter isst du besser und günstiger. Ein Unterschied im Rhythmus fällt sofort auf. In Barcelona bekommst du ab 20 Uhr einen Tisch, in Madrid setzt sich vor 21 Uhr kaum jemand hin.

Tagesausflüge: hier zieht Madrid davon

Madrid liegt so zentral, dass halb Kastilien in Reichweite ist. Toledo ist nur 68 Kilometer entfernt, mit dem Auto rund eine Stunde. Segovia mit seinem römischen Aquädukt liegt 69 Kilometer weit weg, Ávila mit der vollständig erhaltenen Stadtmauer 88 Kilometer, beides gut eine Stunde Fahrt. Alle drei sind Welterbestädte und funktionieren als Tagesausflug ohne Auto.

Wer weiterfährt, findet Städte, die kaum jemand auf dem Zettel hat. Zamora mit seiner Dichte an romanischen Kirchen liegt 210 Kilometer entfernt, rund drei Stunden mit dem Auto. Astorga am Camino Francés hat einen Bischofspalast, den Antoni Gaudí entworfen hat. Falls Barcelona dir Lust auf mehr Gaudí gemacht hat, ist das der ungewöhnlichste Ort dafür. Richtung Osten liegt Teruel, 220 Kilometer und gut drei Stunden entfernt, dessen Mudéjar-Architektur ebenfalls zum Weltkulturerbe zählt.

Barcelona kontert mit Katalonien. Girona mit seinem jüdischen Viertel, das römische Tarragona und das Dalí-Museum in Figueres sind per Zug schnell erreichbar, dazu kommen die Buchten der Costa Brava. Die Auswahl ist kleiner als bei Madrid, dafür liegt bei jedem zweiten Ausflug das Meer daneben. Den Überblick gibt die Region Katalonien.

Andrang, Preise und Sicherheit

Barcelona gehört zu den meistbesuchten Zielen Europas, mit allen Folgen: volle Ramblas, teure Betten in der Hochsaison und eine Stadt, die offen über Massentourismus streitet. Madrid verteilt seine Besucher besser, weil es viel mehr Stadt für weniger Touristen gibt. Wer im August spontan bucht, findet in Madrid fast immer etwas, in Barcelona selten etwas Gutes.

Taschendiebstahl ist in beiden Städten das Hauptrisiko, in der Barceloner Metro und an den Ramblas noch mehr als rund um die Puerta del Sol. Gewalt gegen Reisende ist dagegen selten. Wie du dich konkret verhältst und welche Ecken du abends meiden kannst, steht in Sicher in Barcelona und Madrid.

Für wen welche Stadt?

Nimm Barcelona, wenn du zum ersten Mal nach Spanien fliegst, Architektur liebst, im Sommer reist und Strand willst, oder wenn du nur ein langes Wochenende Zeit hast. Barcelona liefert in kurzer Zeit die dichteste Ausbeute.

Nimm Madrid, wenn du auf Museen stehst, spät und gern isst, Fußball magst, Tagesausflüge in alte Städte planst oder Spanien schon kennst und weniger Kulisse willst. Madrid ist die Stadt, die man beim zweiten Besuch mehr mag als beim ersten.

Reist du mit Kindern, spricht viel für Barcelona: Strand, Seilbahn, Aquarium und kurze Wege halten den Tag am Laufen. Reist du zu zweit und magst Abende, die erst um zehn beginnen, ist Madrid im Vorteil. Und wer schlicht Ruhe vor Menschenmassen sucht, bucht Madrid im Mai oder Oktober und lässt Barcelona im Hochsommer aus.

Achtung: Plane keine Städtekombination mit Mietwagen. In beiden Zentren gelten Umweltzonen, Parken ist teuer und du brauchst das Auto keinen Meter. Wie du stattdessen mit AVE, Avlo und Co. fährst, erklärt Mit dem Zug durch Spanien.

Beide in einer Reise

Der Hochgeschwindigkeitszug verbindet Madrid und Barcelona in rund zweieinhalb Stunden, mehrere Anbieter fahren die Strecke mehrmals täglich. Sechs bis acht Tage reichen bequem für beide Städte plus einen Tagesausflug. Der beste Trick: Flieg in die eine Stadt und aus der anderen zurück, dann sparst du den Rückweg komplett. Wer im Sommer unterwegs ist, hängt Barcelona hinten an, damit der Strand als Belohnung kommt.

Für die Reihenfolge gibt es ein gutes Argument. Wer mit Madrid startet, gewöhnt sich an spanische Essenszeiten und an eine Stadt, die nicht für Besucher gebaut wurde. Barcelona wirkt danach leichter zugänglich. Andersherum kann Madrid nach drei Tagen Gaudí und Meer erst mal grau wirken, bis der erste Abend in La Latina das Bild dreht. Zwei volle Tage in jeder Stadt sind das absolute Minimum, alles darunter ist Hetzerei.